Was tue ich bei Stress?

Stellen wir uns vor: ihr seid dem Ende der Elternzeit nahe und geht es darum wieder in den Beruf einzusteigen.
Schon Wochen vorher habt ihr euch viele Gedanken darüber gemacht, wie ihr eurem Chef euren Wunsch auf Teilzeit unterbreiten könnt. Denn obwohl eure Firma eigentlich sehr unterstützend ist, was die Arbeit in Teilzeit angeht, ist euer derzeitiger Vorgesetzter in der Steinzeit hängen geblieben.

Natürlich, ein interner Wechsel steht früher oder später ins Haus, aber bis dahin .. erst einmal müsst ihr durch die Höhle des Löwen und euch für eure Wünsche und Vorstellungen rechtfertigen.

Endlich sitzt ihr nun vor dem Büro des Chefs und wartet und..

Der Körper reagiert auf die angespannte Situation mit Stresssymptomen.

Klar, warum auch nicht?

Angespannte Situation, unbekannter Ausgang.. Alles nicht so einfach.
Wirklich hilfreich scheinen die Stress-Reaktionen des Körpers in dieser Situation aber nicht zu sein.

Die typischen Symptome kennt sicher jeder von euch:

  • Das Herz schlägt unglaublich stark.
  • Der Atem geht stoßweise und schneller als gewöhnlich.

Wie in drei Teufels Namen sollt ihr da konzentriert das bevorstehende Gespräch gehen?

Ich sage euch wie ihr cool durch diese Situation kommt.

Wie in so vielen Dingen im Leben kommt es auf die innere Einstellung – Stichwort Mindset – an.

Es kommt nur darauf an, wie man über Stress denkt!

Sobald eine Situation, wie die obige auf uns zukommt, haben wir das Gefühl, dass der pulsierende Herzschlag und die schnelle Antmung etwas negatives suggerieren. Wir sind aufgeregt, haben ein unangenehmes Gespräch vor uns und wünschen uns einen Ausgang zu unseren Bedingungen. Hilfreich sind die beiden Stresssymptome da in keinem Fall. Oder?

Doch.

Habt ihr schon einmal darüber nachgedacht die Symptome als etwas positives zu sehen?

Ihr atmet schneller – also pumpt ihr für die bevorstehende Herausforderung mehr Sauerstoff in euer Gehirn. Mehr Sauerstoff -> mehr Leistung. Mehr Leistung -> zufriedenstellenderes Ergebnis.
Ganz einfach, oder?

Ähnlich können wir den Herzschlag betrachten: das Herz schlägt schneller und bereitet sich schon einmal auf die bevorstehende Situation vor.
Es ist wie beim Sport: wenn ihr euch beim Sport aufwärmt, kommt ihr einfacher in die Aktion, es fällt euch leichter und ihr seid nicht damit beschäftigt eure Kraft darauf aufzuwenden das Tempo an die Bedingungen anzupassen. Stattdessen könnt ihr euch der Situation widmen und auf ihre Gegebenheiten reagieren. Euer Körper ist bereit.

Seid ihr es auch? Könnt ihr erkennen, wie gut es euer Körper mit euch meint?

Am Ende kommt es auf die Einstellung an.

Stress lässt sich nicht vermeiden, egal, was wir tun.

Evolutionär gesehen ist dieses Vorgehen durchaus sinnvoll gewesen, denn wenn wir in eine Stresssituation kommen, lenkt der Körper alle Aufmerksamkeit auf die Teile des Körpers, die noch funktionieren müssen.
Das Herz muss schlagen und bestimmte Regionen des Gehirns müssen funktionieren.
Praktisch, wenn man bedenkt, dass unsere Vorfahren vor einem Säbelzahntiger standen – da war es wenig sinnvoll den Magen-Darm-Trakt noch mit Energie zu versorgen. Denn die einfache Gleichung war: betreibe, was benötigt wird.

Herz und Hirn: sinnvoll für das weitere Überleben. Energie abzweigen und in den Magen-Darm-Trackt senden: nicht sinnvoll, denn was bringt einem ein funktionierender Darm, wenn man gerade von einem Säbelzahntiger ausgeweidet wird..?

Richtig: Nichts.

Natürlich sind diese Mechanismen heute nicht mehr in dieser Heftigkeit notwendig, aber wer nur ein bisschen im Biounterricht aufgepasst hat, wird wissen, dass die Evolution eher zurückhaltend in ihren Anpassungsschritten ist.

Wenn wir nun also unserem heutigen Säbelzahntiger (aka. Chef) gegenüberstehen sollten wir uns folgende Dinge bewusst machen:

Stresssymptome in dieser Situation werden uns helfen.

  • Unser Gehirn wird mit mehr Sauerstoff versorgt und wir können uns so gut auf die Situation einlassen.
  • Wir gehen durch das schneller pochende Herz gut gerüstet in die Situation. Uns kann erst einmal nichts umwerfen, weil unser Organismus schon auf Hochtouren läuft.

Es wird also nur besser werden! Sind die ersten Minuten im Gespräch vorbei, erkennt der Körper, dass vorerst keine Gefahr droht und regelt die – aus unserer Sicht – übertriebenen Reaktionen runter.

Ihr könnt dann also das Gespräch entspannter (und natürlich hoch konzentriert!) weiter führen.

Warum ihr aber keine spontanen Entscheidungen treffen solltet..!

Die Harvard-Studie, die diese Ergebnisse propagierte, sagte ganz klar: wenn ihr in der Lage seid die Stresssymptome als positiv anzunehmen, tut ihr Gutes für eure Gesundheit. Ihr gewinnt also auf zwei Seiten. Gesundheitlich ist Stress in diesem Fall nicht “schlecht” und ihr nutzt das bessere Mindset für einen besseren Verhandlungsstart.

Bewusst schreibe ich Verhandlungsstart, denn was ich euch gerne in einem späteren Artikel verraten möchte, ist ein Trick dazu, wieso ihr in einer solchen Stresssituation keine Entscheidungen treffen solltet.

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Claudia

Gründerin & Chefredakteurin von FulltiME.
Kennt den täglichen Kampf zwischen Vollzeitjob, Kind, Mann, Familie & Freunden. Möchte sich austauschen und vor allem eins: HELFEN.

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