Selbstmanagement Teilzeitfalle Zeitmanagement

Vereinbarkeit von Familie und Beruf

Der Mittwoch war in den vergangenen Wochen bereits zwei Mal der Tag, an dem ich einen Artikel aus dem Archiv mit euch geteilt habe.
So auch heute – denn dieser Artikel passt hier her, wie die Faust aufs Auge.

Wenn auch du Lust hast, einmal einen Beitrag für das Magazin zu schreiben, kannst du dich gerne per Mail an redaktion@fulltime-magazin.de wenden. Ich freue mich auf dich!

Aus dem Archiv: Vereinbarkeit von Familie und Beruf

Ich freue mich sehr, dass ich euch heute wieder einen Gastbeitrag zum Lesen um die Ohren hauen darf – die liebe Mrs Eule hat uns einen tollen Beitrag zum Thema Vereinbarkeit – Management zwischen Familie, Job und Freizeit geschrieben, den ich euch heute gerne zum Lesen zur Verfügung stelle möchte.

So langsam kommen wir hier dann auch wieder einen Groove zurück – das Baby hat einen Rythmus gefunden und ich weiß somit, wann ich Zeit habe, um ein bisschen am Blog zu arbeiten. Perfekt, oder?

Aber – heute erst einmal der Beitrag von Mrs Eule.

Vereinbarkeit – Management zwischen Familie, Job und Freizeit..

Ich bin MrsEule – Frau, Mama, Ehefrau, Dosenöffnerin – 32 – Hauptstadtbewohnerin 😉 Die Erbse ist mittlerweile 6 Jahre alt und noch ein Kitakind.
Planung ist bei uns alles – ordentliche Planung…

Mein Mann und ich arbeiten in Schicht – ich 6 Std in der Zeit von 6:30 – 20 Uhr (verschiedene Schichten in Früh- Mittel- und Spätdienst geteilt) und mein Mann knapp 9 Std in der Zeit von 7 – 18 Uhr eher Gleitzeit als Schicht.

Wir arbeiten beide in wöchentlichem Wechsel Früh- und Spätschichten.
Viel Zeit für Programm innerhalb der Woche bleibt da nicht.
Die meisten Aktivitäten werden auf das Wochenende verschoben, weil es streßfreier ist.

Ein Monat sieht bei uns so aus:

Woche 1 – Mann Frühdienst – ich Spätschicht:
Der Mann verlässt gegen 6:30 die Wohnung – Erbse und ich machen uns fertig – je nachdem was bei mir noch vor Arbeitsstart anliegt (Haushalt – Internetdinge) bringe ich Erbse um 8 in die Kita oder um 9 – 9 Uhr ist letzte „Abgabe“ – meisten bringe ich die Erbse um 8, da sie dort in Ruhe frühstücken kann ohne dass ich sie zur Eile antreiben muss.
Ich fahren dann wieder nachhause und mache mich gegen 10:45 auf den Weg ins Büro.

Der Mann arbeitet bis 16:30-17:00 Uhr und holt die Erbse dann ab. Zuhause sind die beiden Trödeltanten meist gegen 17:45 – ich schlage dann meist zwischen 18:30 und 19:00 die

Wohnungstür hinter mir zu. Für die Erbse gibt’s dann noch nen Abendsnack oder sie sitzt schon fertig imSchlafanzug auf der Couch.

So zieht sich dann die Woche. – Donnerstags ist meist Oma-Tag und Emi wird nach dem Mittag von Oma abgeholt. Freitags, wenn der Mann Frühdienst hat, lässt er gegen 14 Uhr den Stift fallen und holt die Erbse dann gegen 14:30 ab.

Woche 2
Ich habe Frühdienst von 8 – 14:15 – verlasse gegen 6:30 das Haus und frühstücke in Ruhe auf Arbeit bevor es los geht.

Der Mann hat Spät bis 18 Uhr und danach Sport und bringt die Erbse zu 8:30 in die Kita.

Ich sammle gegen 15Uhr die Erbse ein und wir tingeln nachhause, haben Spielplatzdates oder diverse Arzttermine. Wenn wir dann irgendwann zuhause sind (wir versuchen immer gegen 18:00/18:30 zuhause zu sein) gibt es Abendessen und dann das Abendprogramm.

Selbiges Spiel dann mit Donnerstag – Oma-Tag Woche 3 – siehe Woche 1 (:

Woche 4 – Ausnahmesituation die auch mal an 2 oder 3 Tage in der Woche stattfinden können.

Der Mann ist auf Schulung – lange angekündigt so dass ich das meiner Teamleitung auch zwecks Dienstplanung sagen konnte. Ich habe Mitteldienst von 9:00 – 15:15

Ich bringe die Erbse zu um 8 in die Kita – bin selber seit um 6 wach – Erbse reingeschubst und weiter ins Büro – um 15:15 Feierabend – schnelle Erledigungen machen und Erbse gegen 16:30 abholen – nachhause, kochen, Badewanne für Erbse – für mich durch die Wohnung wirbeln. Brüllende Katze versorgen und selber gegen 19 Uhr auf die Couch plumpsen.

Oma-Tag fällt aus, da Oma krank ist – Traurige Erbse aus der Kita holen und erstmal Aufbauhilfe leisten 😉

Lebensmitteleinkauf ordere ich meist Online Donnerstags ,so dass Freitags geliefert werden kann. Ist in 15 min bestellt und wir sparen uns knapp 1,5 Stunden Zeit am Wochenende die wir mit anderen Dingen auffüllen können.

Dadurch, dass wir in Schicht arbeiten bleibt leider Musikschule/tanzen/Sport für die Erbse aus. Die meisten Kurse fangen gegen 15:30 / 16:00 an – klar in meinen Frühschichtwochen würden wir das locker schaffen, aber nur alle 14 Tage einen Kurs besuchen ist halt auch nicht das optimalste und Kurse am Wochenende sind auch irgendwie Banane, da wir an den Wochenenden viel unterwegs sind oder auch mal in Magdeburg bei den Eltern vom Mann.

Das war unser Alltag!

Das war ein „kurzer“ Einblick in unseren Alltag – ein Alltag der durch die Arbeit bzw. durch die Arbeitszeiten geprägt ist. Flexibel geht halt nur eingeschränkt – was ich auch meiner alten neuen Teamleitung beim Feedback-Gespräch sagen mußte.

Grad wenn es bei mir um die Spätdienste von 13:45 – 20:00 geht – mache ich höchst ungerne, da ich ja trotzdessen um 6 Uhr aufstehe um die Erbse in die Kita zu bringen.

Ich hab dann zwar massig Zeit – aber wie kriegste die rum? Machste Haushalt und räumst auf – meine Teamleitung meinte lapidar ich könne mich ja nochmal hinlegen und schlafen… ähm.. ne! Bin halt nicht Team „Etappenschlaf“ – mag sein, dass ich mich da ein wenig habe – aber der Dienst ist echt undankbar. Und grad wenn ich dran denke, dass die Erbse ab September Schulkind ist und sie Schulschluss hat, wenn ich anfange zu arbeiten… nej :-/

Ein Rückblick über die Jahre im Beruf und mit Kind:

Im März 2012 fing ich nach Elternzeit und Jobsuche wieder an zu arbeiten. Die Erbse war damals 15 Monate alt und es gab viele erste Male, die ich verpasste aufgrund von Spätschichten. Ich brachte sie morgens in die Kita und wenn ich Abends (Arbeitsweg knapp ne Std) zuhause war gegen 19:30 fand ich ein schlafendes Kind vor. Der Mann schickte Fotos per WhatsApp oder rief an. Herzbruch wo ich ein Foto eines von der Rutsche gestürztes Kind bekam – und eine Heulattacke mitten im Büro die ich bis heute nicht vergessen habe.

Mein Mann arbeitet zu dem Zeitpunkt auch noch in Schicht – 6:00 – 22:00 – wir arbeiteten spiegelverkehrt – ich früh – er spät und andersrum. Donnerstags Oma-Tag. Die damalige Kita hatte von 6:30 – 17:00 geöffnet. Klappte gut – aber es durfte kein Schichttausch dazwischen kommen – zackbumm biste unflexibel, weil du keinen Spätdienst machen kannst, wenn der Mann auch Spät hat und die Kita „nur“ bis 17 Uhr geöffnet hat.

Im Laufe des Jahres 2012 bekam mein Mann eine andere Position innerhalb des Unternehmens. Für ihn das 1. Mal seit knapp 10 Jahre eine festen Arbeitszeit – 8:00 – 16:30 – Jackpot egtl. Kita war von seinem Arbeitsort je nach Verkehr und durchkommen 20-35 min entfernt.. Kita hatte bis 17 Uhr offen.. oft stand die Erbse schon komplett angezogen mit Rucksack auf dem Rücken wartend im Kitaflur. Erzieherin schon mit den Hufen schabend hinter ihr.

Sie war eines der einzigen Kinder in dem Haus mit einem Vollzeit-KitaPlatz – sprich 9 Std-Plus

Der Mann arbeitete Vollzeit und ich hatte mit Arbeitsweg auch knapp 8 Std (wenn die Bahn fuhr) Wenn wir zu dem Zeitpunkt beide Frühdienst hatten, war die Erbse das 1. Kind in der Kita. Aber lieber das 1. Kind als das letzte.

Wichtige Faktoren – die Oma

Donnerstags war immer Oma-Tag – den der Mann zur Hilfe nahm um seine Minusstunden rauszuarbeiten oder den wir zum Einkaufen nutzten. Nicht selten, brachten wir wie Erbse Donnerstags den ganzen Tag zur Oma anstatt in die Kita.

Dazu dann noch 3 Wochen KitaSchließzeit die zum Glück von Oma abgefangen worden sind. Da ich zum Jobbeginn die Urlaubstage „nehmen“ nehmen musste, wo Lücken im Plan waren, da das Team den Urlaub fest im November des Vorjahres verplant hatte.

So trudelte alles vor sich hin.. Frühdienst – Kind abholen – Spätdienst – Kind bringen. Haushalt im Spätdienst vormittags soweit wie es ging – aber meistens am Wochenende.

Dazu noch einkaufen, Unternehmungen, zu Schwiegereltern fahren – irgendwas blieb immer irgendwo auf der Strecke.

Die letzten Kisten vom Umzug im März waren im Juni ausgepackt und verräumt.

Ein Haushaltsplan wurde zu dem Zeitpunkt unabdingbar. 65 qm sahen auch schnell zugemüllt aus.

2 Jahre später im Sommer – der Mann wechselte den Job. – wieder Hilfe von den Großeltern um die Kitaschließzeit rumzukriegen. Durch Fahrzeit von kann ner Std wurde es recht eng wenn er die Erbse von der Kita abholen musste. Erbse war in meinen Frühdienstwochen meist die 1. In der Kita… zu dem Zeitpunkt ein Krampf, da sie den Jobwechsel vom Mann nicht ganz verknusen konnte und es auch in der Kita nicht der Brüller war. Sprich wir gaben morgens ein heulendes, klammerndes Kind in der Kita ab.

Streik der Stadtbahn ergab, dass die Erbse einige Zeit das erste und auch das letzte Kind in der Kita war.

Dieser Umstand und auch die Entfernung von Arbeit und Wohnung und Kita brachten uns zum nächsten Umzug im Mai 2015 – auch hier wieder eine neue Kita fürs Kind. Bis sie dort aber eingewöhnt werden konnte mußten wir 3 Monate von Friedrichshain nach Moabit und wieder zurück tingeln – 2 Std extrazeit die auch nur durch enge Taktung der Schichten funktionierte. Wieder Großeltern, die die Kitaschließzeit auffingen damit einer von uns Urlaub für die Eingewöhnung in der neuen Kita hatte.

Zu dem Zeitpunkt – die Erbse war 4 1⁄2 hatten wir nicht einmal zusammen mehr als 1 Woche Urlaub als Familie zusammen. Urlaubsüberschneidung ja aber mal gemeinsam 14 Tage Urlaub? Zusammen? Als Familie? Das gab es erst im April 2015 – der 1. Urlaub – 8 Tage Mallorca – kurz vorm Umzug.

Wir können von Glück sagen, dass wir uns auf unsere Eltern – Erbse’s Großeltern verlassen können.

Nun 5 – Jahre Später – mit einem 4 monatigen Ausflug zu einem anderen Arbeitgeber auf 40 Std-Basis kann ich sagen, dass 30 Std komplett ausreichen.

Wir haben aber auch Glück, dass unsere Kita bis 18 Uhr geöffnet hat.

Der Ausflug für mich in einen 40 Std Job – tja.. Satz mit X – Arbeitszeit ähnlich des Mannes von 7 – 18 Uhr – man sagte mir beim Einstellungsgespräch – Gleitzeit und 3 Spätdienste bis 18 Uhr die man im Monat ableisten musste… dem war aber nicht so.

Dienstplanbesprechungen glichen einem türkischen Basar und man wurde schief angeschaut, wenn man eine Woche durchweg Spätdienst machte. Der Spätdienst begann um 9 – ich gab die Erbse um 8 in der Kita ab und war um 8:30 im Büro – was mein „Gleitzeitkonto“ recht schnell füllte. Da die Kita auf dem Weg von meiner Arbeit lag brachte ich die Erbse fast täglich in die Kita – außer ich hatte Frühdienst und mußte gegen 7 anfangen – dann brachte der Mann sie hin.

Mal eher gehen, obwohl Gleitzeitkonto bei 19 Überstunden lag? No Way – wurdest schief angeschaut. Erbse um 7:30 inner Kita abgegeben – um 17:30 abgeholt – 10 Std-Tage fürs Kind – was sie auch ordentlich platt machte.

Dazu kein Urlaub als Familie zusammen und kämpfen um freie Tage die man Anfang des Jahres schon verplant hatte – ein großes Unternehmen – was sich nach außen hin als bester Arbeitgeber Berlin deklariert und innerhalb mußte kämpfen oder Schnauze halten. (Oder kündigen ^^) Die große angekündigte Vereinbarkeit zwischen Familie und Job blieb komplett aus. Flexibilität wurde plötzliche Groß geschrieben und obwohl Situation mit Mann, der auch Vollzeit arbeitete bekannt war gab es kein Einsehen. – Also Mittelfinger gehoben durch einen glücklichen Zufall gekündigt.

Zurück in den alten Job – Back to Basics 😉 Auch die Erbse dankte es – ich glaube es war einfach noch zu früh für eine 40 Std-Stelle – für mich und fürs Kind. Viel hatten wir in der Zeit nicht voneinander – Kita bringen, abholen, bettfertig machen und von vorne. Trotz Mann, der alles getan hat um mir den Jobstart zu vereinfachen.

Resümee:

In ein paar Jahren, wenn die Erbse in der Schule ist und die Hortbetreuung endet – dann kann man nochmal über einen 40 Std Job sprechen.

Einfacher für uns wäre es wenn wir „typische“ 9 to 5 Jobs hätten und keinen Schichtdienst.. oder zumindestens einer von uns.

Aber man arrangiert sich mit der Arbeitssituation und die Erbse nimmt es einem auch nicht krumm.. denn sie kennt es ja nicht anders (:

Klar wäre es schön, wenn einer von uns gleiche Zeiten hätte und um 16 Uhr schon mit Erbse zuhause wäre – aber wir haben es uns ja auch nicht anders ausgesucht – zudem – never change a running system 😉

Und wenn ihr es bis hierhin geschafft habt – dann verratet mir doch, wie ihr das mit Job und Kind schafft?

Liebe Grüße aus der Hauptstadt
MrsEule (so bei Instagram zu finden oder @Keks1984 bei Twitter)

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