Selbstmanagement Zeitmanagement

Fünf Gründe, warum Multitasking nicht funktioniert.

Was ist Multitasking?

Es gibt verschiedene Arten zu „multi-tasken“. So verlaufen wir uns beispielsweise auf dem Weg zum Lieblingsrestaurant nicht, nur weil wir nebenbei telefonieren und der Hund an unserer Leine läuft. Die Prozesse laufen im Gehirn parallel ab (Weg finden, sprechen, nach dem Hund an der Leine schauen) und behindern sich nicht. Auch beim Fahrrad fahren laufen parallel verschiedene Prozesse ab, die wir gelernt haben gleichzeitig zu steuern.
Treten, lenken, auf den Verkehr achten – all das können wir gleichzeitig. Hier ist der ausschlaggebende Punkt, dass wir die Prozesse nutzen um einen großen Nutzen zu bekommen: wir wollen Fahrrad fahren.

Das Unterbewusstsein

Alle Prozesse laufen unterbewusst ab – wir haben sie verinnerlicht und brauchen uns keine Gedanken mehr darüber machen.

Addieren wir telefonieren in die Gleichung hinzu, wird es schon schwieriger (mal abgesehen davon, dass es verboten ist!): wir konzentrieren uns neben dem treten, lenken und dem Verkehr auf die Geschichte des Gesprächspartners und sind nun nicht mehr voll und ganz in der Lage uns zu konzentrieren.

Der Grund ist relativ einfach: beim radln laufen die Prozesse im Kopf unterbewusst ab – wenn wir dazu auch noch telefonieren, können wir Tätigkeiten nur nacheinander ablaufen lassen und uns so nur auf einen Aufgabe wirklich gut konzentrieren.

Das Gehirn fängt an, beide Prozesse nebeneinander laufen zu lassen und beginnt wie verrückt zwischen den Dingen hin und her zu schalten, weil die Prozesse nicht parallel laufen können. Daraus resultieren: Fehler, Stress und Unwohlsein.

Warum Multitasking verlockend ist.

Wir berufstätigen Eltern kennen es alle: manchmal hätten wir gerne sechs Arme und zehn Hände. Einfach um alles zu schaffen, was wir gerne schaffen würden, um alles zu erreichen, was wir uns als Ziel setzen.

Meistens sind die To Do Listen länger als die Klopapierrolle, die das Kind Abends in einem kleinen Wutanfall einmal quer durch das Badezimmer gerollt hat – leider aber nicht genau so schnell weggeräumt und erledigt.

Und so neigen wir in unserem stressigen Alltag dazu unsere Listen zu überfliegen und schnell zu entscheiden: das können wir „mal eben schnell“ erledigen. …. „Und das mache ich dann noch nebenbei.“

Früher Top – Heute Flop

In der Generation meiner Eltern ist Multitasking noch groß geschrieben worden. „Männer können das eh nicht, das können nur wir Frauen“ – das kenne ich noch ziemlich gut. Und meine Mutter zelebrierte Multitasking. Abwasch vom Mittagessen, Abendessen kochen, Wäsche anstellen, Flur fegen, Hausaufgaben kontrollieren, Radio hören und nebenbei noch schnell der Katze was zu essen hinstellen; meine Mutter konnte das alles parallel.

Dachte sie.

Denn wenn wir genau hingeschaut haben, war alles doch nicht ganz so toll ge-multitasked, wie es vermutet worden ist.
Die Katze bekam zwar ihr Futter, aber kein neues Wasser. Von den Nachrichten im Radio bekam sie nur die Hälfte mit und bei den Hausaufgaben konnten wir auch gut und gerne ein bisschen ungeliebtes an unserer Mama vorbei schummeln. „Nein, in Mathe haben wir heute nichts auf..?!“

Mein Papa wusch nach seinem angebrannten Abendessen auch noch die letzten Messer vom Mittagessen mit ab und die rote Socke in der hellen Unterwäsche.. Passiert mal.

Passiert aber häufiger, wenn wir Multitasking anwenden.

  1. Wir haben keinen Fokus.
    Beim Multitasking fokussieren wir uns auf das „Ganze“ und nicht auf einzelne Dinge. So passiert es, dass wir einzelne Facetten einer Aufgabe nicht richtig wahrnehmen: die Bratkartoffeln brennen an und nur weil das Radio läuft, bedeutet das nicht, dass wir zu 100% mitbekommen, was der Sprecher in den Nachrichten erzählt.
  2. Multitasking erhöht die Fehler bei einzelnen To Dos.
    Würden wir den Fokus auf eine Aufgabe legen, wäre die Wahrscheinlichkeit, dass wir etwas falsch machen, relativ gering. Teilen wir aber die Aufmerksamkeit, kommt es dazu, dass wir Fehler machen und nicht so gewissenhaft arbeiten wie sonst.
  3. Man setzt sich unnötig unter Stress.
    Obwohl die oben genannten Aufgaben alle für sich kein großes Stresspotential bieten, sind sie gemeinschaftlich doch kaum zu bewältigen, ohne dass man sich gestresst fühlt.
    Wir stellen nur schnell das Wasser für den Abwasch an und laufen derweil in den Keller, um die Waschmaschine zu starten – wer ist da nicht gedanklich an der Spüle und denkt: „beeil‘ dich, damit das Wasser nicht überläuft“ ? Wenn dann noch der Sohnemann lauthals verkündet, dass er jetzt mit den Hausaufgaben fertig ist und man doch bitte kontrollieren kommen soll – da steigt der Blutdruck mit sofortiger Wirkung.
  4. Wir werden langsamer. Wir beginnen mit Aufgabe A. Verlieren die Fokus und wechseln zu Aufgabe B. Oder zu C? Egal was wir tun – während wir immer wieder zwischen verschiedenen Aufgaben hin und her wechseln schaffen wir am Ende nur vermeintlich schneller unsere Aufgaben. Sich immer wieder neu konzentrieren, neu einfinden bedeutet nur, dass wir am Ende länger brauchen die drei Aufgaben zu erledigen als wenn wir sie nacheinander abgearbeitet hätten.
  5. Du wirst unglücklicher. Ja, tatsächlich. Wenn wir multitasken, sind wir am Ende des Tages nicht glücklicher, weil wir so viele Dinge auf einmal geschafft haben. Wir sind sogar unglücklicher, weil wir uns einen immensen Stress aufgehaltst haben, damit wir ein paar Dinge erledigen – die haben wir aber auch nur so einigermaßen gut erledigt, wir haben weniger geschafft als angenommen … und HIMMEL HABEN WIR UNS DIE HACKEN DAFÜR ABGERANNT! Zufrieden macht das nicht.

Einleuchtend, oder?

Ich finde – nachdem man sich diese 5 Gründe, warum Multitasking nicht funktioniert, einmal ganz genau angesehen hat, wird einem schnell klar, warum es einfach nicht klappt – oder besser gesagt: nicht klappen kann.
Beinahe würde ich sagen: das ist so einleuchtend, dass es schon fast zu offensichtlich ist.
Nun bleibt also nur noch der Moment, in dem wir sagen müssen: Einfach loslassen von dem Dogma, dass Multitasking der heiße Scheiß ist.

Ist es nämlich nicht – und wir sind ohne viel besser dran.

P.S.: Übrigens gibt es genau einen Punkt bei dem Multitasking funktioniert: wir können Musik hören und unsere konzentrierte Arbeit fortsetzen. Aber mehr geht dann wirklich nicht 😉 .


About the author

Claudia

Claudia

Gründerin & Chefredakteurin von FulltiME.
Vollzeitbeschäftigte Ehefrau und Mama einer Tochter.
"You are not too busy. It's just a matter of prioritys".
Claudia möchte mit dem Magazin gerne zeigen, wie man Beruf, Familie und eigene Bedürfnisse unter einen Hut bekommt.

Add Comment

Click here to post a comment

Newsletter


Gastbeiträge vom FulltiME Magazin

… über Me-Time bei Meergedanken

5 (+1) Tipps für produktives Arbeiten im Homeoffice bei Meergedanken

… über Homeoffice mit krankem Kind bei diesesMamaDing

 

Hier findest du uns!

Don't be shy!
Wir freuen uns mit dir in Kontakt zu treten!

FulltiME Community