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Ortsunabhängiges Arbeiten als Familie

Ich freue mich, dass ich heute Hanna als Gastautorin für eine tollen Artikel zum Thema Ortsunabhängiges Arbeiten als Familie gewinnen konnte. Hanna schreibt sonst in ihrem Magazin Mutterinstinkte.de und lebt mit ihrer Familie dank ortsunabhängigem Arbeiten und einem gut laufenden Online Business in einem Haus auf dem Hof ihrer Eltern.

Ortsunabhängiges Arbeiten als Familie

Digitale Nomaden, Ortsunabhängiges Arbeiten, Passives Einkommen.

Noch vor 5 Jahren konnte ich mit diesen Begriffen rein gar nichts anfangen. Ich war gerade Mutter eines kleinen Jungen geworden und auf jeden Fall gut gefordert mit unserem Alltag.

Mein Mann ging Vollzeit arbeiten und ich kümmerte mich um Kind und Haushalt.
Klassische Rollenverteilung.

In meinem Vollzeitjob hatte ich 3 Jahre Elternzeit genommen und in dieser Zeit mit keinem Einkommen geplant.

Ortsunabhängiges Arbeiten: Was das für uns bedeutet und wie wir unseren Traum verwirklichen konnten

Fünf Jahre später habe ich bereits zwei Jungs, mein Mann ist tagsüber bei uns und wir beide arbeiten, wann und von wo aus es uns gerade passt.

9 Monate lang war das von Südostasien aus.

In meiner zweiten Schwangerschaft gab es Tage und Wochen, in denen keiner von uns beiden arbeiten konnte.
Unser Einkommen hat darunter nicht gelitten.

Zwischen Arbeit und Hobby unterscheiden wir kaum und an allererster Stelle steht für uns nicht mehr das Büro, sondern gemeinsame Zeit als Familie.

Das hört sich zu gut an, um wahr zu sein? Ich will euch erzählen, wie es dazu kam und wie wir diesen Traum verwirklichen konnten.

Feste Jobs und traditionelle Rollenverteilung

Wie gesagt stand am Anfang dieser Entwicklung unser erster Sohn.

Als ich schwanger wurde, lebten wir in einer 2,5-Zimmer Wohnung in Berlin und arbeiteten beide Vollzeit im Büro.
Ich als Personaldisponentin, er als Online Marketing Manager.
Geld hatten wir genug, Zeit viel zu wenig.

Kurze Zeit nach dem positiven Test richtete mein Mann uns zwei Webseiten ein, zwei Blogs. Er-ist- schwanger.de und Sie-ist-schwanger.de.
Nur so zum Spaß, denn auf Arbeit hatte er viel mit Bloggern zu tun.
Mir dagegen war das kein Begriff, ich wusste gar nicht, was ein Blog eigentlich ist.

Trotzdem begann ich zu schreiben. Anfangs für meine Freunde und Familie, die über den ganzen Erdball verstreut, hauptsächlich aber in Süddeutschland lebten.

Ortsunabhängiges Arbeiten als Familie in Bali

Ich hatte großen Spaß am Schreiben und stellte irgendwann überrascht fest, dass völlig fremde Menschen meine Schwangerschaft mitverfolgten.

Der Blog wuchs.

Die Geburt meines ersten Kindes war ein einschneidendes Erlebnis.

Das meiste, inklusive der Geburt selbst, war ganz anders als erwartet.
Viel anstrengender.
Viel weniger rosig.

Auch unser Alltag war vor allem anstrengend.

Das Baby schlief schlecht und wenig, wollte sich niemals ablegen lassen und war ab dem 6. Lebensmonat eigentlich dauerhaft in Bewegung.

Wenn mein Mann abends von der Arbeit nach Hause kam, war ich entnervt und überlastet. Am Wochenende versuchte er, mich möglichst zu entlasten und wir ruhten uns abwechselnd aus.

Gemeinsame Zeit als Familie war eher die Ausnahme. Stressfreie Qualitätszeit noch seltener.

Das Hamsterrad hatte uns voll im Griff. Ich war unzufrieden und enttäuscht.

Es muss sich etwas ändern

Weil ich kein Mensch bin, der Missstände dauerhaft akzeptieren kann, sprach ich es aus, als unser Sohn etwa ein Jahr alt war: So kann es nicht weitergehen.

So habe ich mir unser Leben als junge Familie nicht vorgestellt. Das macht mich nicht glücklich.

Viele Tage und Nächte wälzten wir über dem Problem. Sprachen immer wieder, wägten Optionen ab.

Was können wir ändern? Wovon träumen wir? Welche gemeinsamen Vorstellungen haben wir vom Leben, und wo weichen die Bedürfnisse voneinander ab?

Unsere Entscheidung für ein Online-Einkommen

Je länger wir überlegten, desto deutlicher wurde es: Sein Job und mein Hobby kombiniert könnten die Lösung sein.

Bisher hatte ich den Blog nur zum Spaß betrieben, doch es gibt durchaus viele Blogger, die damit ihr Einkommen bestreiten.

Doch unser Traum war da noch nicht zu Ende geträumt. Ich wollte nicht „einfach nur“ Berufsbloggerin werden und für Geld Texte schreiben.

Ein passives Einkommen sollte her.

Also eine Art automatisiertes Einkommen, das auch weiterläuft, wenn wir gerade nicht arbeiten.
Weil mein Mann ein Suchmaschinen-Experte ist, was das Ziel klar: Mein Blog sollte dauerhaft so gut für bestimmte Suchbegriffe gefunden werden, dass genug Leser kommen und damit ein Einkommen durch Werbung und Produktempfehlungen kreieren können.

Familie zuerst - ortsunabhängig arbeiten

Ganz einfach, oder?

Die Umsetzung: Ein Blog-Business

Naja, ganz so einfach würde es nicht werden, das war uns klar.

Von den paar tausend Lesern, die zu dieser Zeit pro Monat auf meine Seite fanden, würden wir nicht leben können.

Und um zu wachsen, benötigte ich, wovon ich viel zu wenig hatte: Zeit, um zu arbeiten.

Zeit, in der ich mich nicht um unseren Sohn kümmern musste. Unterstützung durch meine Familie war viele hundert Kilometer entfernt und für eine Kinderkrippe war uns unser Sohn irgendwie noch zu klein.

Doch wo ein Wille, da auch ein Weg:

Durch Zufall erfuhr ich von einer neuen Coworking-Kita im benachbarten Stadtteil.
Dort war nicht nur der Betreuungsschlüssel und die Ausstattung 1a, sondern ich konnte gleich nebenan einen Coworking Space mieten und jederzeit zu meinem Sohn, wenn er mich brauchen sollte.
Gemeinsames Mittagessen stand jeden Tag auf dem Programm und so war er nie lange ohne seine Mama.

10 Monate gingen wir 5 Tage die Woche 6 Stunden „arbeiten“.

Anfangs reichte mein Einkommen gerade einmal, um die 400€ für den Coworking Space zu begleichen.
Doch meine Arbeit machte sich schnell bezahlt und das Einkommen wuchs allmählich.
Zusätzlich zum Blog , den wir umbenannten, zog ich weitere Seiten hoch, zum Beispiel mein Mutterinstinkte-Magazin . Das Thema meist: Schwangerschaft, Baby und Kleinkindzeit.

Der Traum vom Ausland

Zusätzlich zum flexiblen, ortsunabhängigen Einkommen wollten wir noch einen zweiten Traum verwirklichen:
Wir wollten gemeinsam ins Ausland, eine Reise mit offenem Ende. Damit kam der Begriff des Digitalen Nomadentums in unser Leben, denn so würde man uns dann wohl bezeichnen.
Als Digitale Nomaden mit Kleinkind. Alles, was wir bräuchten, wäre ein Laptop, eine Kamera und Internetanschluss.

Für den Start wählten wir Südostasien.

Weil wir dort noch nie waren. Und, weil die Lebenshaltungskosten dort sehr viel niedriger sind.
Wir verließen Deutschland, als unser Sohn fast 3 Jahre alt war, also fast zwei Jahre nach unserer folgenreichen Zukunftsentscheidung.

Unser erster Flug führte uns nach Bali.

Das Einkommen aus dem Online-Business reichte für ein Leben auf Bali locker aus. Im Schnitt brauchten wir dort zu dritt etwa 1500€ pro Monat.

Unsere Wohnung in Berlin gaben wir auf.

Bei meinen Eltern, wo wir vor unserem Auslandsaufenthalt noch 9 Monate verbrachten, lagerten wir eine große Kiste mit Habseligkeiten und einige Babysachen im Dachboden.

Mit auf die Reise nahmen wir einen großen Wanderrucksack (100 Liter), einen großen Handgepäcksrucksack (erlaubte Maximalmaße) und einen kleinen Rucksack.
Von allem anderen trennten wir uns während der zwei Jahre Vorbereitungszeit.

Ortsunabhängiger Bürojob

Du fragst Dich, was mit meinem Mann und seinem Bürojob passierte?

Auch hier gilt: Wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg. Weil er in seiner Anstellung immer gut und zuverlässig gearbeitet hatte, boten ihm seine Vorgesetzten an, den Job zumindest teilweise aus dem Homeoffice zu erledigen.
Das heißt, das er anfangs noch wochenweise nach Berlin musste, mit unserem Auslandsaufenthalt seinen Job aber an den Nagel hing. Denn so war der Plan. Flexibel von unterwegs aus arbeiten.

Als wir nach 9 Monaten im Ausland zurück nach Deutschland kamen, nahm er erneut einen Job bei einer Berliner Firma an.
Diesmal komplett ohne Anwesenheitszeit.
Es steht außer Frage, dass viele der Bürojobs heute auch aus dem Homeoffice erledigt werden könnten.

Spätestens während der Corona- Lockdown-Zeit hat sich das gezeigt.

Und heute?

In meiner zweiten Schwangerschaft hatte ich mit sehr viel Komplikationen zu kämpfen.

Deshalb kamen wir zurück nach Deutschland.

Heute leben wir in einem eigenen Haus auf dem Hof meiner Eltern. Hier auf dem Land fühlen wir uns aktuell sicher und wohl.
Auch das gehört zu den Möglichkeiten des ortsunabhängigen Arbeitens: Wir müssen nicht ständig unterwegs sein, sondern können uns niederlassen, wo wir wollen – unabhängig von Arbeitgebern.

Wenn die globale Situation es wieder zulässt, werden wir sicher wieder auf Reisen gehen. Bis dahin bin ich froh, dass wir nicht täglich ins Büro müssen und unser Leben einfach so gestalten können, wie wir wollen.

Ortsunabhängiges Arbeiten als Familie

Vielen Dank liebe Hanna für diesen tollen Einblick in dein Familienleben!

Ihr möchtet auch gut organisiert arbeiten?

Dann empfehle ich euch weitere Artikel im Magazin zum Thema Zeitmanagement.

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