Selbstmanagement Stress Vereinbarkeit

Meine persönlichen Learnings aus der Krise

Was habe ich in der Krise gelernt – und was möchte ich mir für die Zeit im Anschluss beibehalten?
Zeiten, die hart sind, bringen einem auch etwas im Leben: man lernt. Viel über sich selbst und viel über das, was man leisten kann.

Meine persönlichen Learnings aus der Krise

Das Nummer Eins-Learning für mich: ich möchte so etwas nie wieder erleben müssen. Nie wieder!

Ich weiß, dass das klar ist – denn wer hat denn schon Freude an dieser Situation? Niemand.
Ja, wir haben es noch “gut”. Ich las auf Twitter neulich: Unsere Großeltern mussten in den Krieg ziehen, um Leben zu retten. Wir müssen nur auf dem Sofa sitzen. Ja, das schaffen wir.

So wahre Worte! Es ist nun wahrlich kein großes Opfer, aber am Ende.. Wir machen Einschnitte und es ist nicht einfach. Für niemanden.

Learning: Ich möchte so etwas nie wieder erleben müssen.

Die Rollenverteilung ist eigentlich noch wie früher

Was mich wirklich überrascht und geschockt hat: die Rollenverteilung in 2020 ist noch genauso schlecht, wie in den 1950igern.
Denn momentan fallen uns die alten Rollenbilder wieder auf die Füße – da muss dringend etwas getan werden.
Dadurch, dass Frauen noch immer weniger verdienen (Equal Pay Day diesen Jahres war der 17.März 2020), ist die Entscheidung (zu Recht) schnell getroffen, wer womöglich Stunden kürzt oder sich freistellen lässt.

Frauen / Mütter übernehmen also die Care-Arbeit und so verfallen wir wieder in Muster zurück, die wir dachten gelöst zu haben.

Hier muss die Bundesregierung endlich aktiv werden und Hilfestellung gewährleisten. (Ganz abgesehen von der Krise zur Zeit)

Learning: Care-Arbeit muss endlich bezahlt werden – das wird nun deutlicher, denn je. Hoffentlich erkennen nun auch einmal entscheidende Stellen, dass gerade Eltern dieses Land stark mit am Laufen halten. Und wenn Eltern dann ausfallen – brauchen sie Unterstützung. Care-Arbeit muss gesehen werden!

Kinder sind ein Karrierekiller

Dieser Punkt schließt nahtlos an den ersten Punkt an: Kinder sind auch heute in Deutschland noch Karrierekiller.
Wenn man das Glück hat, dass man für einen Arbeitgeber arbeitet, der auf die Eltern in dieser Pandemie achtet und Verständnis entgegen bringt: gut. Die Regel ist es aber leider nicht.

Es wird also erwartet, dass wir unsere Arbeit weiter normal erbringen, während die Politik erwartet, dass wir unsere Kinder locker “nebenbei” im Homeoffice betreuen.

Darüber hinaus bestellen einige Firmen ihre Mitarbeiter langsam wieder zurück ins Büro ein – wie genau soll das laufen, wenn noch ein kleines Kind zuhause ist?

Learning: Kinder sind erwünscht, aber nicht bedacht in der Rolle der Politik. Das muss sich endlich ändern.

Homeoffice mit Kind funktioniert irgendwie

Wenn die Rahmenbedingungen einigermaßen gut gesteckt sind (Arbeitgeber unterstützt, man ist im idealfall zu zweit Zuhause), kann das mit dem Homeoffice und der Kinderbetreuung für einen gewissen Zeitraum gut laufen.
Es braucht eine Idee, wie genau man vorgehen möchte, man braucht Absprachen und Flexibilität.
Ist das gegeben, kann man es möglich machen, unter Aufbringung einiger Kräfte.
Lest gerne hier mehr dazu.

Learning: Man wächst an seinen Aufgaben. 15 Stunden-Tage sind keine Seltenheit, aber für einen bestimmten Zeitraum ist das machbar.

Kinder verstehen viel mehr, als wir denken

Man unterschätzt seine Kinder viel zu häufig – was alleine unsere Tochter alles aufschnappt und versteht, ist der Wahnsinn.
Deswegen sind wir dazu übergegangen ihr genau zu erklären, warum wir jetzt hier von Zuhause arbeiten, was genau draußen passiert und wieso ihr Kindergarten geschlossen ist.

Haben wir das vorher nur sehr rudimentär getan, so haben wir das ziemlich schnell ausgeweitet und mehr erklärt, als wir dachten, dass sie versteht.

Learning: Das Verständnis der Kinder ist viel größer als wir denken und sie verstehen so viel mehr. Einfach mal versuchen mehr zu erklären!

Reisen sind ein absolutes Privileg

Nichts war für mich normaler als die Tatsache in den Urlaub zu fliegen. Die Welt zu entdecken und unserer Tochter die Welt zu zeigen.
Den Sommer 2020 werden wir ganz sicher in Hamburg verbringen und die Stadt erkunden, in Bremen bei den Großeltern sein und uns erfreuen, dass wir alle gesund sind.
Nichts desto weniger vermisse ich das Reisen. Und mir wird bewusst, wie priviligiert wir waren, dass wir das als selbstverständlich angesehen haben.

Learning: Wenn wir wieder in den Urlaub fahren können & wollen, werden wir es noch mehr wertschätzen als vorher.

Familie und Freunde

In der Ausgangsbeschränkung wochenlang Familie und Freunde nicht zu sehen, macht etwas mit einem.
Videotelefonie hat Hochkonjuktur und hat sich in unserem Haushalt etabliert (vermutlich auch über die Corona-Zeit hinaus).
Aber ein Videotelefonat kann nicht ersetzen, was wir an persänlichem Kontakt einbüßen.
Die vielen Momente, die das Kind mit den Großeltern teilen möchte, die Monmente, die wir mit unserer Familie oder Freunden teilen wollen.

Learning: Vielleicht alle einmal mehr in den Arm nehmen, wenn die Ausgangsbeschränkungen vorbei sind.

Auch aus dem Schlechten kann man etwas Gutes mitnehmen.

Diese Pandemie ist und bleibt schrecklich.
Aber ich freue mich darüber, dass ich etwas positives aus dieser Zeit mitnehmen kann. Nun hoffe ich, dass ich diese Dinge auch zukünftig wertschätzen kann.

Habt ihr auch etwas Positives aus dieser Zeit mitgenommen?


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About the author

Claudia

Claudia

Gründerin & Chefredakteurin von FulltiME.
Vollzeitbeschäftigte Ehefrau und Mama einer Tochter.
"You are not too busy. It's just a matter of priorities".
Claudia möchte mit dem Magazin gerne zeigen, wie man Beruf, Familie und eigene Bedürfnisse unter einen Hut bekommt.

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