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Kolumne: Wieso eine Corona-Pandemie einfach Scheiße ist.

Heute möchte ich euch ein paar persönliche Zeilen zum Thema Corona Virus mit auf den Weg geben und gleichzeitig zeigen: ihr seid nicht alleine da draußen.

Kolumne: Wieso eine Corona-Pandemie einfach Scheiße ist.

Inzwischen sind wir mehr als 3 Wochen vergangen seit die Krippen / Schulen und Kitas geschlossen haben – 3 Wochen in denen wir Homeoffice, Kinderbetreuung und einen Umzug von München nach Hamburg gewuppt haben.

Und heute ist es so weit, dass ich denke: ich mag nicht mehr.
Ich mag nicht mehr morgens aufstehen und wissen: alles, was ich schaffen werde, ist eine Art Zufallsprodukt.

Es ist zufällig, wie viel Arbeit ich schaffe, weil es davon abhängt, wie gut das Kind sich alleine beschäftigen kann.

Es ist zufällig, wie viel ich mit unserer Kleinen spielen kann, weil das davon abhängt, wie viele Arbeit ich auf dem Schirm habe und auch wie viel der Mann arbeiten muss.

Es ist zufällig, wie viele Kartons wir ausräumen und wie viel wir im Umzugschaos weiter kommen werden.

Alles ist momentan einfach zufällig.

Alle Faktoren in meinem Leben, die ich für ihre Planbarkeit geliebt habe, sind auf einmal dem Zufall gewichen und hängen miteinander voneinander ab.

Verlässlich ist einzig die Tatsache, dass morgen wieder ein Tag ist, an dem ich Abends frustriert ins Bett gehen werde, weil ich nichts von dem geschafft habe, was ich schaffen wollte.

Ich werde meinen Job nicht zu 100% erfüllt haben können.

Ich werde mich nicht zu 100% um das Kind kümmern können.

Ich werde nicht so viel ausräumen und aufräumen können, wie ich das möchte.

Ich werde keine Zeit haben, um mich mal hinzusetzen und nichts zu tun.

Darf ich mal sagen: Ich finds ziemlich kacke gerade?

Im Grunde gibt es nichts, worüber ich mich beschweren sollte. Wir sind gesund. Wir haben einen Job, ein Dach über den Kopf und ein schönes Bett zum schlafen. Essen.

Aber.. muss man deswegen hier sitzen und sagen: alles toll?

Ich finde nicht.

Denn das ist es nicht.

Jeder darf sagen: ich fühle mich gerade schlecht.

Wahrscheinlich sitzt dort draußen jemand, der ein riesiges Anwesen hat, nicht arbeiten muss und… trotzdem hat er das Recht unglücklich zu sein.

Ich habe mal gelernt, dass man sich nicht an dem Unglück anderer aufbauen soll.
Und genau so ist es auch.

Ja, es gibt weiß Gott schlimmere Momente, als die, die ich durchlebe. Aber die gibt es immer.
Und das weiß ich. Und ich bin dankbar dafür, dass ich “meine” Probleme habe.

Das macht sie aber nicht weniger relevant – vor allem nicht für mich.

Ich habe einfach die Nase voll. Gestrichen.

Ja. Ich bin ausgelaugt, müde, gereizt, ausgepowert, genervt und angespannt. Ich vermisse meine Freunde, meine Familie und die Möglichkeit “mal eben” einkaufen zu gehen.
Nicht genau zu überlegen: kann ich vielleicht darauf verzichten, weil ich besser zuhause bleiben sollte?

Ich möchte ein neues Sofa shoppen.

Mit meiner Lütten auf den Spielplatz gehen.

Ihr nicht versuchen verständlich zu machen, warum sie Omas und Opa, Onkel und Tante nicht sehen kann.

Ich würde gerne zur Maniküre.

Zum Friseur.

Ins Büro.

Ich möchte meine Freiheit zurück. Die Freiheit tun und lassen zu können, was ich möchte.

Keinen Bogen mehr um Leute im Wald zu machen.

Meinen neuen Nachbarn nur aus der Ferne zuwinken.

Die neuen Nachbarskinder nur aus der Ferne begucken und sagen: Später, mein Schatz.

Aber wann kommt der Wendepunkt?

Ich möchte an dem Punkt sein, an dem wir sagen: Weißt du noch, in 2020, als diese Pandemie gewesen ist?
Als wir 24/7 aufeinander gehockt haben?

Als wir nicht nur tagsüber Arbeitnehmer waren und Abends Mama und Papa, sondern alles? Immerzu? Gleichzeitig. Durcheinander.

Und dann.. Weißt du noch, wie schön es war, als wir endlich unsere Familien wieder gesehen haben?
Unsere Freunde und Kollegen?

Als endlich die Sorgen etwas verschwunden sind?

Ich weiß, dass dieser Zeitpunkt kommen wird, an dem wir das Licht am Ende des Tunnels deutlich erkennen werden.
Momentan sehe ich da … eher nichts. Ob wir in 2 Wochen wieder allmählich zum normalen Leben zurückkehren werden: ich bezweifle es ehrlich gesagt.

Step by Step back 2 normal.

Ich hoffe einfach, dass wir etwas wieder zurückbekommen. Stück für Stück.
Vielleicht endlich die Familie wieder sehen können, weil es irgendwie inzwischen sinnvoll und möglich ist.

Oder wieder zur Maniküre gehen.

Oder was auch immer. Was auch immer es sein wird: ich freue mich darauf. Wieder etwas Normalität.
Etwas mehr Freiheit.

Weniger Pflicht zu erfüllen, die Rollen auszufüllen und einfach wieder mehr zu leben.

Durchatmen.

Ich sag’s gerne noch einmal:

Denn um es noch einmal in aller Deutlichkeit zu sagen: Ich habe von der Pandemie die Nase so richtig gestrichen voll.

Ich möchte mich nicht mehr zerreißen und so tun als wenn es möglich wäre Kind und Job unter einen Hut zu bringen.

Das geht nämlich nicht.

Aber: ich werde vernünftig sein und mich weiter an die Spielregeln halten, die jetzt gelten. Denn umso mehr wir das tun, umso schneller ist dieser Spuk vorüber.

Und das hoffe ich für uns alle. Das es einfach bald vorbei ist.

Wenigstens ein bisschen.

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About the author

Claudia

Claudia

Gründerin & Chefredakteurin von FulltiME.
Vollzeitbeschäftigte Ehefrau und Mama einer Tochter.
"You are not too busy. It's just a matter of priorities".
Claudia möchte mit dem Magazin gerne zeigen, wie man Beruf, Familie und eigene Bedürfnisse unter einen Hut bekommt.

6 Comments

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  • Mir geht es ungefähr jeden dritten Tag einfach scheiße, an den anderen Tagen läuft es so einigermaßen. Dabei habe ich keine kleinen Kinder mehr im Haus, die bespielt werden möchten. Trotzdem.
    Aber so schnell und so einfach werden wir nicht wieder in die Normalität entlassen werden. Die Krise wird uns noch länger in Atem halten.
    Bleib gesund!
    LG
    Sabiene

    • Es ist vollkommen ok, dass man sich gerade schlecht fühlt – warum denn auch nicht?
      Wir sind in einer Situation, die gerade ganz anders ist, als das, was wir kennen. Wir sind eingeschränkt in allem, was wir tun (wollen).
      Pass auf, dass es dich nicht überrollt, aber du darfst dich auch einfach mal blöd fühlen. Und das völlig zu recht!

      Alles Liebe, liebe Sabiene!

  • Wie es jemand bei FB gerade geschrieben hat:
    “Ich, Ich, Ich < Vielleicht ist das "ich, ich, ich" ja dass größte Dilema unserer Zeit und die Krise die größte Chance das wieder ein wenig ins Gleichgewicht zu bringen"?

  • Recht hast du. Mehr gibts dazu gar nicht zu sagen.
    Willkommen im Norden 🙂 Wenn es wieder Normalität gibt, wird es euch hier sicher gut gehen.

    LG Lexa

    • Zum Glück geht es uns jetzt schon gut. Aber es gibt eben – wie bei jedem in dieser Zeit – ein paar Downs. Aber vielen lieben Dank für deine lieben Worte, liebe Lexa!

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