Mediation

Teil #5b: Wir wollen zusammenbleiben – so funktioniert eine Paarmediation

Im letzten Monat hat Nadine euch einen Fall vorgestellt, in der es um eine Paarmediation geht.
Sie beleuchtet die verschiedenen Phasen der Mediation; den ersten Teil könnt ihr hier nachlesen.

Teil #5b: Wir wollen zusammenbleiben – so funktioniert eine Paarmediation

Heute könnt ihr hier den zweiten Teil nachlesen und verstehen, wie eine Paarmediation stattfindet.
Wenn ihr Interesse an einer Mediation habt, könnt ihr die Magazin-Expertin Nadine auch jederzeit kontaktieren.

Und nun geht es weiter mit dem zweite Teil der Paarmediation.

Phase 3 der Paarmediation

Ziel: sich gegenseitig verstehen oder zumindest nachvollziehen können.

Beate, 37, und Michael, 34, wollten also nun über folgende Themen sprechen:

  • Ausgehen
  • Kindererziehung
  • Haushalt
  • Familienleben
  • Sexualität

Bevor wir starteten, bat ich die beiden darum:

  • In Ich-Botschaften zu sprechen
  • Anmerkungen auf einem Blatt Papier zu notieren und den anderen somit aussprechen zu lassen und
  • zu beachten, dass einige ihrer Themen die beiden als Paar betreffen, und andere ihre Eltern- beziehungsweise Familienebene

Es folgte ein sehr intensiver Dialog mit Höhen und Tiefen, mit Tränen und Lachen, mit lauten und leisen Stimmen…jeder trug seine Ansichten, Interessen und Anliegen bei und sie wechselten sich mit dem Beginnen eines jeweiligen Themas ab.


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Als Mediatorin ist es dabei meine Aufgabe, das Gespräch zu moderieren und beide zu gleichen Anteilen zu Wort kommen zu lassen.

Ich fasse die Äußerungen zusammen und frage nach, ob alle verstanden haben, was gesagt und gemeint wurde.
Ich trage dafür Sorge, dass sich beide wohlfühlen, sich gegenseitig zuhören und ausreden lassen und beide respektvoll miteinander umgehen. Auf diese Weise können die Medianden erreichen, dass sie erkennen, dass der andere auch eine eigene Perspektive hat, die ihre Berechtigung hat.

Zusammengefasst und verkürzt sagten die beiden zu den jeweiligen Themen folgendes:

Ausgehen

Beate: „Ausgehen ist mir einfach sehr wichtig. Ich brauche diesen Ausgleich zum Job und zum Familienleben. Da kann ich einfach Beate sein und nicht nur Mama oder „Frau Lehrerin“.

Beim Ausgehen kann ich mich amüsieren und über wichtige und witzige Dinge sprechen. Auch hier ist mir die Abwechslung wichtig: Ich möchte mal ins Restaurant, ins Kino, in eine Bar, zum Tanzen oder ins Theater gehen. Klar treffe ich mich auch gerne mit meinen Freundinnen zum Mädelsabend.

Aber, lieber Michael, ich will auch wieder mit Dir ausgehen! Ich weiß gar nicht mehr, wann wir das letzte Mal zu zweit oder mit einem anderen Paar aus waren! Zuhause sind wir ständig, sprechen über Erledigungen im Alltag und schauen danach Serien auf Netflix, sobald wir die Kinder ins Bett gebracht haben.
Das ist auch toll. Und entspannend. Aber ich vermisse auch das gemeinsame Ausgehen und den Austausch und den Spaß, den wir früher dabei hatten…“

Michael: „Also, auf diesen Zwang, auszugehen, habe ich überhaupt keine Lust mehr.
Ich habe auch keine Angst mehr, etwas zu verpassen, wenn ich nicht in jenem Club oder in jener Bar war.

Ich bin sehr gerne zuhause und genieße, was wir uns hier geschaffen haben. Einfach toll! Aber es stimmt, so richtige Gespräche wie früher haben wir in letzter Zeit nicht mehr geführt.
Darüber, welche Pläne wir noch so haben. Ich würde gerne mal in das eine oder andere gehobene Restaurant gehen mit richtig feinem Essen. Nicht nur wie meistens in den nächsten Burgerladen oder zum Italiener…“

Kindererziehung

Beate: Ich merke nur immer wieder, dass wir hier oft nicht einer Meinung sind. Die Kinder spielen uns schon gegeneinander aus!

Zum Beispiel: Wenn ich sage, dass es vor dem Abendessen kein Fernsehen gibt, sondern erst danach, gehen die Kinder zu Dir und Du erlaubst ihnen, die Flimmerkiste einzuschalten.

Das geht auch gegen meine Erziehungsautorität. Und ich fühle mich schlecht, weil ich dann die Böse bin.
Aber ich möchte, dass die Kinder mit voller Aufmerksamkeit mit uns gemeinsam zu Tisch sitzen und mit ihren Gedanken nicht im Fernsehgeschehen sind.
Mir ist es wichtig, dass wir uns dann alle von unserem Tag erzählen.

Michael: Ach so, gut, dass Du das sagst!
Ich habe mich manchmal schon gewundert, warum die Kinder bei bestimmten Themen immer zu mir kommen, um um Erlaubnis zu bitten!
Mich freut es immer sehr, wenn die Kinder sich über meine Erlaubnisse freuen, ich finde das toll.

Aber Deine Ansicht dazu habe ich bisher noch nicht gekannt. Gut, dann sollten wir uns besser aufeinander abstimmen.
Vielleicht finden wir ein paar gute Regelungen, die wir immer anwenden können?“

Haushalt

Beate: „Wahrscheinlich bin ich jetzt wieder die Meckerliese…aber: ich habe den Eindruck, dass es eine Selbstverständlichkeit ist, dass ich mich immer um alles im Haushalt kümmere wie Einkaufen, Kochen, Putzen, Wäsche machen etc. – nur weil ich als Lehrerin am frühen Nachmittag zuhause bin.
Keiner sagt mal Danke zu mir oder sagt, dass das Essen lecker ist. Das nervt und enttäuscht mich.

Michael: „…zu mir sagt auch keiner, dass ich den Rasen gut gemäht habe! Oder dass ich die Schaukel so toll aufgebaut habe.
Darüber würde ich mich auch mal freuen! Ich dachte, dass wir hier eine klare Aufgabenteilung haben. Vielleicht sollten wir die nochmal besprechen…“

Familienleben

Michael: Im Prinzip finde ich unser Familienleben in Ordnung.
Ich finde nur, dass wir ruhig mal etwas mit mehr Action miteinander unternehmen können, zum Beispiel Klettern im Hochseilgarten.

Die Kinder sind groß genug dafür. Ich mache in letzter Zeit irgendwie eh weniger Sport als früher, das möchte ich ändern. Oder ich gehe einfach wieder einmal die Woche in die Muckibude…“

Beate: „Ui, das stimmt!

Ich gehe auch nicht mehr zum Yoga, obwohl mir das immer so gut gefallen hat. Ich finde, wir sollten Sport und Bewegung generell mehr in unseren Familienalltag integrieren.
Wanderungen sind ja fast ganzjährig möglich.

Und ich könnte auch noch ein paar Kilo abnehmen. Wir und die Kinder essen viel zu viele Süßigkeiten. Vielleicht sollten wir den sonntäglichen Kuchen gegen eine Aktivität tauschen?“

Sexualität

Michael: Mehr fehlt unser spannendes und abwechslungsreiches Sexleben, das wir hatten, bevor die Kinder auf der Welt waren!
Dass es nicht mehr so oft stattfindet wie früher, ist ja ok…aber so quasi kaum? Ich kann nur sagen, dass ich Dich diesbezüglich echt vermisse…

Beate: Ja, das geht mir ähnlich. Ich möchte auch wieder mehr gemeinsamen Erlebnisse mit Dir als Liebespaar, und nicht nur als Elternpaar haben…“

Wie Beate und Michael über diesen Austausch ihre Bedürfnisse reflektiert und kommuniziert haben und welche Lösungsoptionen sie dazu erarbeitet haben, erfahrt ihr am kommenden #Mediationsmittwoch in der #Monatsmitte am 13. November 2019.


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About the author

Nadine

Nadine

Nadine ist Mediatorin, Projektleiterin und Gastautorin im FulltiME Magazin. Sie schreibt im Magazin über das Thema Mediation und steht euch für Fragen hierzu unter kontakt@konsens-lotse.de zur Verfügung.

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