Gastautor Mediation Selbstmanagement

Mediation #4: Nach der Rückkehr aus der Elternzeit: Neuer Alltag – neue Regeln

Nach einem hoffentlich guten Neu-Start in den Job stehen Du und Dein Partner möglicherweise vor einer weiteren Herausforderung: die Aufgaben des „Life Managements“ sind ungleich verteilt oder es fühlt sich zumindest so an.

Es gibt ja so viel zu tun: Ihr geht nun beide wieder arbeiten, Euer Kind muss in die KiTa gebracht und abgeholt werden.
Weiterhin stehen einkaufen, kochen, putzen, Wäsche waschen und bügeln, Pflanzen gießen und pflegen, Rasenmähen etc. auf dem Haushaltsplan.

Daneben gibt es noch Organisatorisches wie Arzttermine, Familientermine, das Geschenk für Omas 80. Geburtstag besorgen…ohje!

Dazwischen wären Schlaf, Erholung, Paarzeit und Me-Time auch noch wünschenswert.

Wie bekommt man das nun geregelt, ohne sich zu streiten?

Mediation #4: Nach der Rückkehr aus der Elternzeit: Neuer Alltag – neue Regeln

Vielleicht helfen Euch dabei bereits die Morgenroutine und die Abendroutine. Sollten Du und Dein Partner jedoch bereits in einer Konfliktsituation sein, können Euch mediative Werkzeuge eine gute Unterstützung bieten.

Folgt einfach dem Ablauf einer Mediation – ohne Mediator.

Setzt Euch zum Ziel, zukunftsgerichtet und ergebnisoffen zu sein.

Es geht nun darum, gemeinsam neue Regelungen für das gemeinsame neue „Life Management“ zu erarbeiten. Im Idealfall sollen diese in einen Konsens führen, sodass es eine Win-Win-Situation und keine Verlierer gibt

Erster Schritt: Erarbeitet Euch eine Agenda

Nehmt Euch zwei verschiedenfarbige Post-It Zettel, zum Beispiel wählt der eine grün, der andere blau. Sammelt nun gemeinsam die Themen, über die ihr jeweils sprechen wollt und schreibt diese getrennt nach Person auf. Sprecht noch nicht über die Themen selbst.

Themen, über die ihr beiden sprechen wollt, sind dann eben zweimal aufgeschrieben.

Klebt die Zettel nun an eine Wand in zwei Spalten.
So könnt Ihr sehen, ob jeder in etwa gleich viele Themen genannt hat. Das fühlt sich schon mal fair an.

Erstellt nun eine Agenda aus Euren Themen, entscheidet also gemeinsam, in welcher Reihenfolge Ihr über die Dinge sprechen wollt.

Zweiter Schritt: Nun sprecht über eure Themen

Tauscht euch aus. Hört euch zu, lasst euch aussprechen. Sagt, was euch wichtig ist und warum.
Nennt eure Bedürfnisse, Interessen und Bedenken.
Nennt auch eure Stärken und Vorlieben und welche Tätigkeiten aus dem „Life Management“ euch viel Spaß machen, welche weniger.
Fragt nach, ob ihr den anderen richtig verstanden habt.
Fasst gegeben falls in eigenen Worten zusammen, was der andere gesagt hat. Dieser Austausch dient dazu, sich gegenseitig zu verstehen oder zumindest nachvollziehen zu können.

Tipp: Legt euch jeweils noch ein Blatt Papier zur Seite für eigene Notizen. Ist der andere gerade beim Sprechen und ihr möchtet unbedingt etwas dazu sagen: schreibt es auf, dann vergesst ihr es nicht und könnt so den anderen in Ruhe ausreden lassen.

Dritter Schritt: Sammelt Lösungsoptionen

Nachdem ihr alle Themen besprochen habt und jeweils das Gefühl habt, den anderen in seinen Anliegen zu verstehen, könnt ihr nun daran gehen, Lösungsoptionen zu sammeln.

Schreibt diese wieder getrennt nach Person auf. Bildet wieder zwei Spalten. So kann jedem das Gefühl vermittelt werden, gleich viele Vorschläge eingebracht zu haben wie der andere.
Sammelt nur die Ideen, diskutiert diese noch nicht. Schreibt alles auf, was Euch in den Sinn kommt.
Notiert auch solche Ideen, die zunächst unmöglich erscheinen. Oder schreibt Vorschläge auf, von denen ihr denkt, dass der andere sie machen würde.

Dies alles vergrößert den möglichen Lösungsraum.

Vierter Schritt: Bewertet eure Lösungsoptionen

Nun sprecht über die gesammelten Lösungen. Überlegt euch ein System, wie ihr die jeweiligen Möglichkeiten bewerten möchtet. Findet geeignete Bewertungskriterien wie beispielsweise:

  • Zeitaufwand
  • Eine Skala von 1 „Das geht mir sehr schwer von der Hand“ bis 10 „Das geht mir sehr leicht von der Hand“
  • Logistik/ Kombinierbarkeit mit anderen Wegen wie zum Einkaufen oder von/zur Arbeit/ KiTa

Fünfter Schritt: Verhandelt Eure Lösungsoptionen

Und dann verhandelt ihr untereinander, wer welche Teile des „Life Managements“ nun auf welche Weise übernimmt.

Tipp: Macht Euch Angebote, statt zu fordern, das sorgt für eine harmonische Stimmung, wie zum Beispiel: „Montags, mittwochs und freitags gehe ich gerne am Morgen mit dem Hund Gassi. Würdest Du bitte währenddessen unser Kind anziehen? Dienstags und donnerstags könnten wir diese Aufgaben tauschen. Was meinst Du?“

Wenn ihr möchtet, erstellt euch auch einen Zeitplan, eine Action List oder ein Memorandum.
Ihr könnt auch entscheiden, diese Vereinbarung nur auf Zeit zu schließen. Oder ihr legt bereits fest, dass in den Ferien andere Regeln gelten sollen. Vielleicht möchtet ihr auch Sanktionen vereinbaren?
Ihr seid die Experten für Eure Situation, Ihr allein entscheidet, wie ihr das regeln wollt.

Tipp: Vereinbart, nach einem gewissen Zeitraum, Eure neuen Regelungen zu reflektieren und gegeben falls an einzelnen Stellen nachzubessern.

Ich wünsche Euch gutes Gelingen bei der eigenen Anwendung von mediativen Werkzeugen!


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About the author

Nadine

Nadine

Nadine ist Mediatorin, Projektleiterin und Gastautorin im FulltiME Magazin. Sie schreibt im Magazin über das Thema Mediation und steht euch für Fragen hierzu unter kontakt@konsens-lotse.de zur Verfügung.

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