Interview

Eifersucht von Mutter zu Tochter #FFF

Ich freue mich heute wieder ein Interview für euch zu haben und meine Reihe Fünf Fragen von FulltiME #FFF weiterführen zu können.
Das erste Interview habe ich vor einiger Zeit mit Daniel geführt, zum Thema Väter & väterliche Verantwortung.

Eifersucht von Mutter zu Tochter #FFF

Meine heutige Interviewpartnerin möchte anonym bleiben, stellt sich aber gerne den fünf Fragen zum Thema Eifersucht von Mutter zu Tochter.

Dora

Dora ist erwachsen und verheiratet. Gemeinsam mit ihrem Mann hat sie ein Kind und arbeitet Vollzeit. Doras Mutter reagiert eifersüchtig auf ihr Leben mit Kind und hält damit auch nicht hinter dem Berg.

Liebe Dora, danke für das Interview.
Das Thema Eifersucht ist ein Thema, dass die Beziehung zwischen dir und deiner Mutter beherrscht. Kannst du uns schildern, wie das zustande kommt?

Ja, gerne.
Es blitzt immer wieder in bestimmten Situationen auf. Wenn ich mit dem Kind zu Besuch bei meinen Eltern bin, spart meine Mutter nicht mit Kommentaren wie “dir soll es ja auch nicht besser gehen als mir”, wenn es um Themen geht, die das Kind betreffen.
Sie macht relativ klar, dass sie findet, dass ich es auch nicht besser haben sollte als sie, als wir noch Kinder waren (wir sind zu zweit gewesen).

Wenn ich darauf antworte, dass mir solche Dinge nichts ausmachen (sei es die vollgekleckerten Tshirts, die vollen Windeln oder zum 28. Mal den Ball aus dem Gebüsch zu holen), antwortet sie meist: Ach was. Das nervt alle. Und ich hatte zwei davon!

Mein Mann und ich sind relativ gut aufgestellt und gönnen dem anderen auch Freizeit und Möglichkeit sich selbst zu entfalten. Auch dadurch sind wir relativ entspannt und sehen viele Dinge nicht so eng.

Ich weiß nicht, ob meine Mutter diese Möglichkeiten nicht hatte (was ich nicht glaube, mein Vater hat viel Zeit mit uns Kinder verbracht und wir haben uns gut alleine beschäftigt.), oder was sie dazu veranlasst mir meine / unsere Entspannung zu neiden.

Traurig macht mich die Tatsache, dass es mir nachträglich das Gefühl gibt, dass sie nicht gerne die Zeit mit uns Kindern verbracht hat. Scheinbar war es ja auch früher “schlecht”, wenn sie es mir heute so vermittelt. Das macht mich hin und wieder traurig.

Wie reagierst du auf solche Situationen?

Überhaupt nicht. Ich nehme es hin, aber ignoriere es zum größten Teil. Diskussionen sind da leider fruchtlos.

Vor allem, weil Diskussionen häufig mit dem Killer-Argument “Ich hatte zwei davon” enden.
Sie akzeptiert einfach nicht, dass ich nicht unglücklich, unzufrieden oder unausgeglichen in meiner Situation bin.

Die Tatsache, dass ich im Gegensatz zu ihr (sie war insgesamt 6 Jahre zu Hause und hat danach 20 Stunden / Woche gearbeitet) Vollzeit arbeite und unser Kind kurz nach dem ersten Geburtstag zur Tagesmutter gegangen ist, scheinen nicht zu zählen.

Unsere Situationen sind im Grunde nicht mit einander vergleichbar. Das ist aber nicht relevant. Es zählt nur, dass sie findet, dass ich jetzt gerade schlecht dran bin und es mir schlecht gehen muss.

Und wie fühlst du dich in dieser Situation?

Ich bin hin- und hergerissen.
Einerseits ist es mir egal, ob meine Mutter in diesen Momenten anfängt zu zicken, oder nicht.
Wir haben kein ganz einfaches – aber in der Regel ganz gutes – Verhältnis. Ich habe also schon gelernt manche Dinge nicht so an mich heran zu lassen.

Auf der anderen Seite ist sie aber meine Mutter und ich hätte mir gewünscht, dass sie sich für uns freut.
Sich freut, dass wir es schaffen neben Job, Haushalt, Familie & Freunden unser Kind so einzubinden, dass keiner von uns “leidet”, sondern wir alle noch ein sehr gutes Leben haben.

Ich möchte überhaupt nicht bewundert werden, aber es würde mir gut tun, wenn meine Mutter ab und zu einmal sagen würde: du machst das gut.
So höre ich nur: Ja, das Leben ist anstrengend und nervig, wenn man das und das machen muss. Ich hatte es auch nicht besser. Brauchst du auch nicht.

Am Ende bin ich eben auch “nur” ihre Tochter und sie ist meinen Mutter.

Wie reagieren andere Familienmitglieder auf die Situation?

Alle anderen Familienmitglieder sind neutral, beziehungsweise toll. Niemand haut in die gleiche Kerbe und sie unterstützen uns.
Mein Vater ist großartig und versucht meiner Mutter auch Einhalt zu gebieten, aber leider fruchtet das nicht.

Wir leben hier ganz klar in einem Matriarchat 😉

Die Schwiegerfamilie ist auch klasse und ich freue mich, dass das so ist.

Unser Kind leidet zum Glück auch nicht darunter, Oma und Opa sind die Größten. Und das soll auch so bleiben.

Was würdest anderen Eltern in einer ähnlichen Situation empfehlen?

Sucht das Gespräch! Häufig kann man solch eine Situation durch ein Gespräch entschärfen. Manchmal ist sich die entsprechenden Person überhaupt nicht der Spitzfindigkeiten bewusst.

Leider hat das bei uns zu nichts geführt – die Einsicht ist bei Null. Schade.

Meine Mutter ist am Ende des Tages auch nur ein Mensch und ich versuche ihr einfach ihre Gefühle zu verzeihen so gut ich kann. Ich weiß, dass sie mir nichts böses will – aber weh tut es mir trotzdem manchmal.

Danke, liebe Dora für dein offenes Gespräch mit dem FulltiME Magazin!

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About the author

Claudia

Claudia

Gründerin & Chefredakteurin von FulltiME.
Vollzeitbeschäftigte Ehefrau und Mama einer Tochter.
"You are not too busy. It's just a matter of priorities".
Claudia möchte mit dem Magazin gerne zeigen, wie man Beruf, Familie und eigene Bedürfnisse unter einen Hut bekommt.

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