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Mediation Teil #3: Rückkehr aus der Elternzeit: So realisierst Du Deine Interessen

Und weiter geht es in unserer Mediationsserie! Das heutige Thema hat aktuell Saison: für viele steht analog zum neuen Schuljahr/ Kindergartenjahr/ Krippenjahr die Rückkehr von der Elternzeit zurück in den Job an.

Ich verrate Dir, wie Du Deine Interessen zum beruflichen Wiedereinstig mit mediativen Werkzeugen realisieren kannst, um zum Beispiel gar nicht erst in die Teilzeitfalle zu geraten. Wie eine Mediation an sich funktioniert, liest Du in unserem Teil #1.

Mediation Teil #3: Rückkehr aus der Elternzeit: So realisierst Du Deine Interessen

Schritt 1: Erstelle Dir eine Themenliste

Erstelle Dir eine Liste mit Themen, die Dir wichtig sind. Schreibe dazu, warum sie Dir wichtig sind.

Die Themen könnten sein:

  • Rückkehrdatum:
    Empfehlung: Plane vier Wochen Eingewöhnungszeit in der Krippe oder im Kindergarten ein, dann hast Du im besten Fall noch etwas Zeitpuffer. Den Zeitpuffer kannst Du dafür nutzen, um Dich in Ruhe neu fürs Büro einzukleiden, zum Friseur oder zur Massage zu gehen (Stichwort: ME-Time!). Das sorgt auch für eine entspannte Rückkehr.
  • Arbeitszeit & Gehalt:
    Frage Dich: wie lange kann, möchte oder muss ich arbeiten? Spreche mit Deinem Partner darüber! Wer kann Euer Kind wann oder an welchen Tagen bringen und abholen? Wie wird der neue Alltag aussehen? Ist das Gehalt z.B. bei Rückkehr in Teilzeit ausreichend, um alle Fixkosten und ein paar Extras bezahlen zu können?

Ein kleiner Einschub aus meiner persönlichen Erfahrung: Als unsere Tochter von der Krippe (geöffnet bis 18:00 Uhr) in den Kindergarten (bis 16:30 Uhr bzw. freitags bis 16:00 Uhr geöffnet) gewechselt ist, dachten wir auch, dass einer von uns seine Arbeitszeit reduzieren muss.
Mein Mann hatte jedoch eine neue Arbeitsstelle und war mitten in der Probezeit.
Nach Rücksprache mit meinem Vorgesetzten, der genauso wenig wie ich an einer Reduzierung interessiert war wie ich, habe ich meine Arbeits- und Pausenzeiten genau aufgeschrieben.

Die ersten Wochen kam ich in ein sattes Minus, bis wir unseren Alltag noch vorne gezogen haben: früher aufstehen, ich verlasse das Haus als erste, mein Mann bringt unsere Tochter in den Kindergarten, ich hole sie ab.

Hinzu kam, dass ich jeden Donnerstag bis mindestens 18:00 Uhr gearbeitet habe und anschließend zum Sport gegangen bin.
Wenn meine Tochter nach dem Kindergarten zu einer Freundin gegangen ist, habe ich auch länger gearbeitet.
Wenn ich auf Geschäftsreise war, hatte ich auf einen Schlag 10 Überstunden im Plus.
So hatte ich auf diese Weise immer ein Überstundenkonto zwischen 10 und 40 Stunden; diese konnten wunderbar beim Zahnarzttermin um 8:00 Uhr oder bei akuter „Trödelitis“ abgebaut werden.

Und hier verrate ich Dir ein weiteres mediatives Element: Die Veränderung von Gewohnheiten dauert in der Regel 3- 6 Monate (ja, der Mensch ist ein Gewohnheitstier – wirklich!).

Dabei sind Rückschläge, also das Zurückfallen in alte Verhaltensmuster, vollkommen normal. Lass Dich davon aber nicht unterkriegen, akzeptier das bei Dir und den anderen und mach einfach weiter.

  • Arbeitsinhalt & Gehalt
    Frage Dich: welche Tätigkeiten möchtest Du übernehmen? Welchen Verantwortungsgrad möchtest Du haben? Möchtest Du Dich weiterentwickeln? Was sind Deine Ziele, Wünsche, Interessen und Gehaltsvorstellungen?

Welche Fragen bewegen dich und welche Fragen würdest du hinzu fügen?

Schritt 2: Sprich über Deine Themen!

Anschließend sprichst Du mit Deinem Partner darüber. Oder mit jemanden, der Dich in der Kinderbetreuung unterstützen kann oder mit einer Person Deines Vertrauens – das hilft bei der Reflexion und ist ein mediatives Element! Das bedeutet: man muss sich selbst über seine Wünsche, Interessen und Bedürfnisse, aber auch über seine Befürchtungen im Klaren sein.

Wenn das der Fall ist, kann man sich auch mit anderen darüber austauschen und verhandeln. Im Konfliktfall können Du und Dein Counterpart dieses auch im Rahmen einer Mediation erarbeiten.
Heute geht es aber darum, wie man sich mit mediativen Werkzeugen selbst helfen kann, um gar nicht erst in eine Konfliktsituation zu geraten.

Schritt 3: Der Plan steht fest!

Nach dem Austausch und der Selbstreflexion weißt Du genau, wieviel Du arbeiten möchtest, wie Dein Arbeitsinhalt aussehen soll und wieviel Du verdienen möchtest. Und ein Neuanfang – sprich die Rückkehr aus der Elternzeit – ist ein sehr guter Zeitpunkt, um die Dinge gegebenenfalls neu zu verhandeln.

Schritt 4: Sprich mit Deinem Arbeitgeber!

In dieses Gespräch gehst Du gut vorbereitet und dementsprechend sicher hinein. Wichtig: Frag auch Deinen Arbeitgeber nach seinen Interessen und Möglichkeiten. Frag ihn, was er sich vorstellen kann, was ihm wichtig ist und warum.
Höre ihm zu.
Frage nach, ob Du ihn richtig verstanden hast.

Auch dies ist wieder ein wesentliches Element aus einer Mediation: Wenn man sich gegenseitig von seinen Interessen erzählt, kann man auch die Perspektive wechseln.
Man kann den anderen besser verstehen oder zumindest nachvollziehen.

Man weiß, was dem anderen wichtig und was ihm weniger wichtig ist.

Dies beruht durch den Austausch auf Gegenseitigkeit. Somit ist es auch möglich, einzelne Bestandteile des gesamten Deals zu verhandeln, sodass es am Ende zu einer Win-Win-Situation kommen kann.

Aus Erfahrungen mit der Teilzeitfalle passiert oft folgendes Szenario: der teilzeitarbeitende Mitarbeiter fühlt sich vernachlässigt und übergangen: es gibt keine prestigeträchtigen oder spannenden Projekte, bei der letzten Gehaltslesung ist man wieder mal leer ausgegangen – es ist frustrierend!

Spricht man dann im Rahmen einer Mediation zur Konfliktlösung mit dem Arbeitgeber, eröffnen sich oft diese Perspektiven: der Arbeitgeber hatte den Eindruck, dass der teilzeitarbeitende Mitarbeiter genau eine solche Entlastung wollte: keine zu spannenden Projekte, nicht zu viel Verantwortung, damit man seine Arbeitszeit nicht überziehen muss.

Leider gibt es dafür auch keine Gehaltserhöhung, schließlich findet keine fachliche Weiterentwicklung statt.  Ach, und dann besteht ja noch das Risiko mit dem Arbeitsausfall, falls die Kinder krank werden…

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Um dem entgegen zu wirken, muss man seine Interessen deutlich kundtun – auch, um gar nicht erst in diese Falle zu geraten.

Gegebenenfalls muss man dem Arbeitgeber versichern, dass man genau das möchte: sich weiterentwickeln, Verantwortung übernehmen, flexibel sein und zum Beispiel Home-Office anbieten oder sich den Krankentag eines Kindes mit dem Partner teilen.

Es kann aber auch sein, dass Du es in der Anfangszeit erst mal etwas ruhiger angehen lassen möchtest. Aber um das eine oder das andere zu erreichen, muss man vor allem eines tun: miteinander reden und sich über seine Interessen austauschen.

Schritt 5: Dein erster Arbeitstag nach der Elternzeit!

Die Gespräche mit Deinem Arbeitgeber sind gut gelaufen: man freut sich auf Deine Rückkehr. Ihr habt genau besprochen, welche Tätigkeit Du ab wann mit welchem Stundenumfang übernehmen wirst.

Die Erwartungen, die an Dich gestellt werden, sind klar. Ihr habt eine Entwicklungsvereinbarung inklusive Gehaltsentwicklung vereinbart – und nun kann es los gehen!

Ich wünsche Dir einen guten Start!

Freue Dich auf diesen Tag! Freue Dich darauf, Deine Kolleginnen und Kollegen wieder zu sehen. Wenn Du möchtest, bring Butterbrez’n oder Muffins zum Wiedereinstand mit – das festigt auch Deine sozialen Kontakte.

Die Kolleginnen und Kollegen werden sich sehr darüber freuen – denn auch „Kollegenliebe“ geht durch den Magen.


Die Autorin

Nadine Greck

Mediatorin

Nadine ist Mediatorin und schreibt in ihrer monatlichen Kolumne über Mediation im Zusammenspiel mit Familienmanagement im FulltiME Magazin. Auch im FulltiME-Podcast ist sie bereits zu hören gewesen!

Nadines’ Beiträge im Magazin

About the author

Nadine

Nadine

Nadine ist Mediatorin, Projektleiterin und Gastautorin im FulltiME Magazin. Sie schreibt im Magazin über das Thema Mediation und steht euch für Fragen hierzu unter kontakt@konsens-lotse.de zur Verfügung.

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