Philosophie

Was Mary Poppins, Peppa Wutz und Fortnite gemeinsam haben.

Als ich ein junges Mädchen war, lief ein Disneyfilm im Fernsehen, den ich bis heute wirklich gerne sehe:

Wenn ein Löffelchen voll Zucker bittre Medizin versüßt, ja Medizin versüßt, Medizin versüßt.. 🎶

Mary Poppins! Wir kennen alle die schöne Geschichte um das zauberhafte Kindermädchen, oder?
Ich habe den Film sehr geliebt und ihn mehr als einmal gesehen (und natürlich lautstark mitgesungen). Ihr könnt euch also vorstellen, dass ich sehr freudig war, als annouced wurde, dass der Film eine Neuauflage mit Emily Blunt bekommt.

Was Mary Poppings und Peppa Wutz gemeinsam haben.

Ich freue mich schon den Film im heimischen Puschenkino anzuwerfen und leise mitzusummen *chim-chim-chimeri 🎶 .. aber ich bis dahin werde immer wieder den Kopf schütteln, wenn ich Artikel wie den bei der Ze.tt lese, die nun überlegen, ob Mary Poppins eine Feministin ist – und wie ihr Erziehungsansatz zu verstehen ist. Oder: Ist Peppa Wutz sexistisch? Sind die Familienbilder, die dort gezeigt werden, zu alt? Mama zu Hause, Papa geht arbeiten?

Geben wir unseren Kindern mit diesen Sendungen schon in den Kinderschuhen mit, wie ihre Zukunft aussieht? Reißen wir Väter und Mütter, die versuchen die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu leben, uns die Beine umsonst aus, weil eine Kinderserie oder ein Film am Ende alles wieder zerstören?

Mal ehrlich, Leute. Lasst mal die Kirche im Dorf.

Meine Haltung dazu ist ganz klar: wenn ein Film oder eine Kindersendung es schafft das Weltbild eines jungen Erdbürgers so zu verrücken, dass er nicht anerkennt, was Mama und Papa direkt vor seiner Nase leben – dann sind ganz andere Dinge schief gelaufen.
Peppa Wutz und Emiliy Blunt sind dann wirklich das kleinste Problem.

Wir leben unseren Kindern täglich den Versuch vor, Vereinbarkeit zu schaffen. Wir geben unser Bestes dafür, unseren Kindern zu zeigen, dass es möglich ist, Träume zu leben.
Denn am Ende erinnere ich mich sehr gut daran, wie meine Mutter damals arbeiten ging und zu mir sagte:

Ich weiß, dass du es schöner finden würdest, wenn ich immer zuhause bei dir wäre, aber ich möchte auch gerne arbeiten gehen. Und ich verdiene da das Geld, damit wir uns einen schönen Urlaub leisten können, oder wir gemeinsam ins Kino gehen können.

Das habe ich auch inhaltlich früh verstanden und auch wenn ich mir wirklich manchmal wünschte, dass meine Mama immer da gewesen wäre, habe ich ihren Einwand verstanden.
Und noch heute habe ich ihre Worte im Kopf, mit denen sie mir sagte, dass ich alles schaffen kann, was ich möchte:

Deine Oma war abhängig von Opa. Ich habe mein eigenes Geld, ich kann eine Spülmaschine reparieren, wenn es sein muss und ich weiß, wie das Leben funktioniert. Ich möchte, dass du das später auch kannst.

Diese Worte haben mich mehr geprägt, als es vieles anderes jemals hätte tun können – weil es persönlich Worte von meiner Mutter waren, die auch lebte, was sie mir sagte. Sie war hier mein Vorbild.

Meine Eltern haben mein Denken geprägt.

Mir war immer wichtig, dass ich alles kann. Und das kann ich! Nicht immer bin ich zwingend die Beste in Allem, aber ich werde immer alles versuchen.
(Viele meiner Freundinnen erinnern sich an meine ersten Versuche ein Loch in die Wand zu bohren.. Man konnte später eine Faust reinstecken 😀 . Aber ich habe es gelernt und heute passt nur noch der Dübel rein 😉 )

Und jetzt will mir jemand sagen, dass Peppa Wutz sexistisch ist, oder Mary Poppins eine Feministin?

Unsere Kinder werden sein, was wir ihnen vorleben.

Alle Millenials oder in der Generation Golf geborenen Kinder sind von einer Generation aufgezogen worden, die sich gerade fand und die in den Kinderschuhen der Emanzipation steckte.
Wir sind nun daran zu entscheiden, was wir daraus machen – und was wir unseren Kindern mitgeben.
Und das können wir, obwohl wir Mary Poppins in der Originalversion gesehen haben, die Feuersteins (hat jemand jemals Wilma arbeiten sehen – außerhalb der Höhle?) und Pippi Langstrumpf (man erinnere sich nur an Annika, die nun wirklich jedem Klischee entsprach!).

Warum wir das können?

Weil wir im Leben von anderen Dingen beeinflusst werden, als von Kindersendungen oder Filmen.
Ja, sie geben unseren Kindern eine Idee vom Leben, aber unsere Kinder sind – wie wir damals schon – klug genug zu erkennen, was diese Sendungen sind: Fiktiv.
Schließlich werden auch nicht alle Kinder, die vor der Playstation sitzen und Fortnite zocken, zu Amokläufern.

Wenn wir es schaffen unsere Kinder so erziehen, dass sie verstehen, dass das richtige Leben nicht im Fernsehen stattfindet, sondern davor – zusammen mit Mama, Papa, Freunden und Familie – dann bin ich sicher, dass es völlig egal ist, ob Mary Poppins eine Feministin ist oder Peppa Wutz in einer Welt lebt, die in den 50iger Jahren Gang und Gäbe war.

Wie seht ihr das? Habt ihr Bedenken euren Kindern diese Sendungen zu zeigen, weil sie ein falschen Bild vermitteln könnten?

About the author

Claudia

Claudia

Gründerin & Chefredakteurin von FulltiME.
Vollzeitbeschäftigte Ehefrau und Mama einer Tochter.
"You are not too busy. It's just a matter of priorities".
Claudia möchte mit dem Magazin gerne zeigen, wie man Beruf, Familie und eigene Bedürfnisse unter einen Hut bekommt.

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